Die Gebäude

Bauernhaus und Scheune (Eröffnung 1970)

Das Bauernhaus gehört mit seinem hohen Schilfdach und den in Fachwerkbauweise gefertigten Wänden zum Typ des niederdeutschen Hallenhauses. Mensch, Vieh und ein Teil der Ernte fanden Raum unter einem Dach. Kurz nach dem Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) errichtet, wurde das Gebäude den jeweiligen wirtschaftlichen Anforderungen entsprechend mehrfach baulich verändert. So trennte z. B. seit 1833 eine hohe Wand die Küche vollkommen von der Diele. 1841 bekam das Haus einen Schornstein. Zu beiden Seiten der Diele befinden sich sowohl die Ställe für die Pferde und Kühe wie auch die dürftigen Kammern der Mägde und Knechte. Der Wohnteil des Hauses (Wohnstube, Schlafkammer und Altenteilerstube) liegt am Ende der Diele. Vom Handwerker gefertigte Möbel und bescheidener Raumschmuck bilden das Inventar. Die Betten sind zweischläfrig; Truhen ersetzten seinerzeit noch die großen Schränke. Die Diele diente als Arbeitsraum, vornehmlich in den Wintermonaten zum Dreschen des Getreides, aber auch zum Feiern.

Die zum Hof gehörende Fachwerkscheune mit Schilfdach stammt im Kern aus dem 18. Jahrhundert. Früher zur Unterbringung derErnte genutzt, sind hier heute landwirtschaftliche Geräte und Wagen ausgestellt. Seit 1971 befindet sich vor dem Bauernhaus ein Ziehbrunnen, der dem früher auf dem Hof vorhandenen nachempfunden ist.

Dorfschule (Eröffnung 1978)

Die Dorfschule wurde 1836 erbaut. Besichtigt werden kann der original eingerichtete Klassenraum einer einklassigen Dorfschule um 1880 mit alten Schulbänken, einer Rechenmaschine aus Holz, Tafel, Palästinakarte (Religionsunterricht) und einem Katheder für den Lehrer. Im Dokumentationsraum wird der Besucher anhand von Schulheften und -büchern, Zeugnissen, Stundenplänen, Fotos und Texten über die Entwicklung des mecklenburgischen Landschulwesens informiert.

Dorfschullehrergarten (Eröffnung 2000)

Das in Schwerin-Mueß erhaltene Dorfschulensemble mit Schule, Wirtschaftsscheune, Schulhof, Streuobstwiesen und Gartenland bot die einmalige Gelegenheit für die Inszenierung eines idealtypischen Dorfschullehrergartens des 19. Jahrhunderts. Kernelemente der Anlage sind der sortenreiche Gemüse- und Staudengarten, die Baumschule, der Bienenschauer und die Maulbeerhecke. Diese Gartenbestandteile spiegeln das landesherrliche Interesse an der Förderung des noch wenig verbreiteten Obstanbaus, der Honig- und Seidenproduktion sowie der Verbreitung von nützlichen Gemüsesorten im 19. Jahrhundert wider. Heute beherbergt der Mueßer Dorfschullehrergarten nahezu 60 unterschiedliche Gemüsesorten aus dem 19. Jahrhundert.

Sägegatter 

Das ca. 6,5 Tonnen schwere Sägegatter wurde 1998 von dem Sägewerk Prorep in Grabow auf das Gelände des Freilichtmuseums Schwerin-Mueß überführt. Um 1910 in Betrieb genommen, zählt es zu den ersten dampfbetriebenen Sägegattern des Landes. Noch bis 1972 war es im Einsatz.

Dauerausstellung zur Geschichte der Binnenfischerei (Eröffnung 1987)

Zur Geschichte der Binnenfischerei auf dem Schweriner See ist eine Ausstellung im Wohnteil des Hallenhauses der ehemaligen Hufe IV zu besichtigen. Ausgestellt werden zahlreiche Netze und andere Fischereigeräte sowie Seekarten und seltene Fotos u.a. zu den Themen Fischereigesetze, Verpachtungen des Schweriner Sees und Forellenproduktion in Schwerin-Mueß.

Spritzenhaus (Eröffnung 1985)

Das Gebäude ist ein originalgetreuer Nachbau des ehemaligen Mueßer Spritzenhauses. Im vorderen Raum sind Feuerlöschgeräte zu sehen. Am eindrucksvollsten ist eine 4m x 2m große Handdruckspritze für Pferdebespannung aus der Zeit um 1900. Im zweiten Raum geben Dokumente, Fotos und Texte sowie Sachzeugen Auskunft über das ländliche Feuerlöschwesen Westmecklenburgs vom 17. Jahrhundert bis zur Gegenwart.

Der Backofen (Rekonstruktion am historischen Standort 1998)

Hinter dem Hirtenkaten steht der zur früheren Büdnerei gehörende Backofen. Herdfläche und Gewölbe bestehen aus Ziegelsteinen. Das Gewölbe besitzt zur Wärmedämmung eine Ummantelung aus Lehm. Der Backofen ist mit einem Ziegeldach versehen. Neben dem Brotbacken diente er auch zum Trocknen von Obst und zum Dörren des Flachses. Zu besonderen Anlässen wird von den Museumsmitarbeitern Brot zur Verkostung gebacken.

Kunstkaten (Eröffnung 1977)

Der Kunstkaten ist eine um 1800 errichtete Scheune, bei deren Rekonstruktion der Charakter des Gebäudes weitgehend erhalten geblieben ist. Hier werden Sonderausstellungen mit Objekten aus dem umfangreichen Museumsfundus gezeigt und Künstler erhalten die Möglichkeit, mit ihren Arbeiten an die Öffentlichkeit zu treten.

Hirtenkaten (Eröffnung 1976)

Unmittelbar am Dorfanger befindet sich der im Kern aus dem 18. Jahrhundert stammende Hirtenkaten. Das rohrgedeckte Fachwerkgebäude besitzt keinen Schornstein. Es bot zwei Angehörigen der Dorfarmut – dem Kuh- und dem Schweinehirten – mit ihren Familien in je zwei kleinen, mit Lehmfußboden versehenen Räumen Unterkunft. Jeder Familie stand auf der Diele ein offener Herd zur Verfügung.

Agrarscheune

Als Besonderheit diese Gebäudes gilt, dass die Scheunentore in für das 18. Jahrhundert typischer Weise in hölzernen Lagern laufen. Die hier gezeigten landwirtschaftlichen Maschinen demonstrieren den Fortschritt in der ländlichen Arbeitsweise im 19. und 20. Jahrhundert.

Büdnerei (Eröffnung 1982)

Die Anlegung von Büdnereien (Kleinbauernstellen) erfolgte auf behördliche Anordnung seit der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts in Mecklenburg, um der zunehmenden Landflucht entgegenzuwirken. Die ersten Büdnereien glichen den Hallenhäusern, sie hatten nur kleinere Abmessungen. Zu den sog. Querbüdnereien – zunehmend in Massivbauweise mit Ziegeldach errichtet – gehört das Gebäude aus dem Jahre 1905. Die Einrichtung mit fabrikmäßig hergestelltem Mobiliar wie Sofa, Polsterstühlen, Konsole mit großem Spiegel u.a. zeigt den Gegensatz zum bäuerlichen Wohnen und den Einfluss der nahen Stadt Schwerin.