Eine hohle Kirsche auf der Streuobstwiese

Friese: weibliche Mörtelbiene (Mitte), Mörtel zum Nestbau knetend

Friese: weibliche Mörtelbiene (Mitte), Mörtel zum Nestbau knetend

Wildbienen und Honigbienen. Wer kann was?
Der NABU hilft Bienen zu verstehen

Neben den allseits bekannten Honigbienen gibt es die meist eher unbekannten Wildbienen. In Deutschland leben über 550 verschiedene Wildbienenarten, dazu zählen auch die Hummeln.
Wildbienen haben eine durchaus andere Lebensweise als die Honigbienen, die mit Königin, Arbeiterinnen und Drohnen ein komplexes Bienenvolk bilden. Wildbienen sind Solitärbienen, d.h. sie leben meist einzeln, nur ein Männchen und ein Weibchen. Nach der Paarung beginnt allein das Weibchen mit dem Nestbau. Dazu legt es Brutkammern an, die es mit Blütenpollen und jeweils einem Ei bestückt. Der Pollen dient dem Nachwuchs als Nahrung. Das Weibchen muss sich beeilen, denn es lebt nur ca. vier bis sechs Wochen. Mutter und Nachwuchs werden sich nie kennenlernen, denn das Weibchen stirbt nach Beendigung der Bautätigkeit. Etwa ein Jahr danach schlüpft der Nachwuchs.

Jede Wildbienenart hat ihre bestimmte Flugzeit im Jahr. So gibt es Arten, die man nur im Frühjahr sieht, andere nur im Spätsommer. Ein Drittel der Wildbienenarten hat sich auf bestimmte Pflanzen spezialisiert, die zu dem Zeitpunkt blühen, wenn die jeweilige Wildbienenart fliegt. So gibt es z.B. die Natternkopf-Mauerbiene (Osmia adunca). Sie braucht den Pollen des Natternkopfs (Echium vulgare) für ihren Nachwuchs. Biene und Pflanze stehen in enger Beziehung zueinander. Ist die Pflanze weg, ist auch die Biene weg und umgekehrt. Heute ist jede zweite Wildbienenart gefährdet. Denn sowohl Honigbienen als auch Wildbienen finden zu wenig Nahrung in unserer aufgeräumten Landschaft. Es gibt zu wenig Blütenreichtum von heimischen Pflanzen, die auch von der Biene angenommen werden. Bienen brauchen ein kontinuierliches Blütenangebot von Februar bis Oktober. Helfen Sie den Bienen und lassen Sie Ihre Umgebung bienenfreundlich erblühen!

Weitere Informationen über Bienen finden Sie an der nächsten Station oder in der

Naturschutzstation Zippendorf
Am Strand 9
19063 Schwerin
Tel.: 0385- 477 33 744
E-Mail: Naturschutzstation@NABU-MV.de