„Flow Hive“ – die Fließ-Beute

Flow Hive

Flow Hive

Imkern ohne Bienenkontakt – ist das möglich?

Das Halten von Bienen in den Städten, auch „urban bee-keeping“ genannt, ist ein Trend, der aktuell aus Übersee zu uns herüber kommt. In der Tat eignen sich Städte aufgrund der höheren Temperatur, der Blühvielfalt und Blütenmenge sowie der deutlich geringeren Pestizidbelastung im Vergleich zu ländlichen Regionen recht gut für die Bienenhaltung. Einerseits.
Andererseits ist eine urbane Häuserlandschaft mit Lärm, Abgasen, Hektik und Trubel nicht die Umgebung, in der man Bienenvölker natürlicherweise vermuten würde. In den Filmchen, die zu diesem Thema im Internet kursieren, wird vielfach suggeriert, dass jeder Bienen halten kann, und dass das ganz unkompliziert und lustig sei. Ganz so einfach ist es dann aber doch nicht. Spätestens wenn die Bienen schwärmen ist die Aufregung beim Jungimker und bei den Nachbarn groß. Und wenn die Bienen bei mangelhafter Begleitung sterben, ist die Freude schnell dahin.

In diesen Entstehungsimpuls gehört wohl auch die hier ausgestellte „Fließ-Beute“ (Flow Hive). Eine Gruppe australischer Imkerfreunde um Graham Anderson erdachte das Prinzip: Imkern ohne Bienenkontakt. Für die Produktion der Idee konnten per Crowdfunding mehr als 10 Mio US-Dollar gesammelt werden. Im großen aufgesetzten Honigraum der Beute hängen Plastikwaben, die durch einen speziellen Mechanismus von außen angezapft werden können. Wirtschaftlich ist das Verfahren sicher nicht.

Für Berufsimker bedeutet es eher eine Spielerei. Für junge Trendsetter und das „urban bee-keeping“ jedoch bietet das System auf den ersten Blick eine interessante Möglichkeit, sich einerseits für Bienen zu engagieren und andererseits auch ewas Honig davon zu haben. Eine Win-win-Situation – auch für die Bienen? Wir sehen das kritisch, denn Honig zu ernten ohne jeden Bezug zum Bien erscheint fragwürdig. Um mitreden zu können, wagen wir hier ein spannendes Experiment und sammeln eigene Erfahrungen.