Heinrich Friese (1860 bis 1948)

Heinrich Friese

Heinrich Friese

Ein weltbekannter „Bienenprofessor“ aus Schwerin

Heinrich Friese entstammt einer bekannten Schweriner Orgelbaufamilie. Sein Interesse galt schon früh der Natur, vor allem den Insekten. Als Quartaner (7. Klasse) wechselte er vom humanistischen Gymnasium an das Realgymnasium, „da ersteres dem Suchenden und Fordernden damals (1872) zu wenig bieten konnte …“. Hier fand er einen Lehrer, der selbst  wissenschaftlich auf dem Gebiet der Entomologie arbeitete und den Jungen förderte. Friese lernte zunächst Orgelbauer, machte aber schnell die Bekanntschaft berühmter deutscher Entomologen.
Zahlreiche  Forschungsreisen, so 1883 nach Südfrankreich, Spanien und den Balearen, 1884 in die Alpen, 1885 nach Ungarn, Siebenbürgen und Dalmatien versetzten Friese in die Lage, die Lebensverhältnisse der Bienenwelt und ihre Abhängigkeit von der Blumenwelt zu erkennen und zu verstehen. Allein von letzterer Reise brachte er nahezu 10 000 präparierte Bienen mit. Verbindungen in alle Welt verhalfen ihm zu umfangreichem Material für seine Sammlungen. Seine Studien mündeten in der Aufstellung eines Stammbaums der gesamten Bienenwelt. Bis zum Jahr 1900 entstand das sechsbändige Werk, das ihn weltberühmt machte, „Die Bienen Europas“.

Frieses bekanntes Bienen-Buch

Frieses bekanntes Bienen-Buch

In den folgenden Jahren veröffentlichte Friese über 50 weitere wissenschaftliche Arbeiten, so über die „Bienen Afrikas“, „Bienen Neu Guineas“, „Bienenfauna von Java“, „Apidae von Argentinia“, „Fauna arctica“ und „Zoologische Studien an Hummeln“.
Der Ausbruch des Ersten Weltkriegs zerstörte die internationalen wissenschaftlichen Kontakte des Bienenforschers. Seit 1905 wieder in Schwerin lebend, fand er hier ab 1917 als Leiter der Abteilung für biologische Forschung im Landesgesundheitsamt ein neues Betätigungsfeld. 1923 erschien das wohl populärste Werk Frieses, das biologische Tafelwerk „Die europäischen Bienen (Apidae). Das Leben und Wirken unserer  Blumenwespen“, auch als „Bienenbrehm“ bezeichnet.
Friese, der seine Universitätsstudien ohne akademischen Grad beendet hatte, wurde 1907 von der Universität Gießen die Ehrendoktorwürde verliehen; 1913 ernannte ihn die mecklenburgische Landesregierung zum Professor. 1948 starb der „Bienenprofessor“, wie er achtungsvoll genannt wurde, hochbetagt in seinem Geburtshaus in der Kirchenstraße 1 in Schwerin. Eine Gedenktafel erinnert hier an diesen berühmten Wissenschaftler.

 

Weitere Informationen über Bienen finden Sie an der nächsten Station oder im

Bienenmuseum in Plau am See OT Quetzin.
Schau-Imkerei und Fachhandel Bode (ehem. Neumann)
Rostocker Chaussee 61
19395 Plau am See
Tel: +49 38735 – 45225
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