Plattdeutsch-Stammtisch

Auf dem Land wurde früher fast nur Platt gesprochen. Und so gehört diese unsere kraftvolle Sprache auch in das Mueßer Museumsdorf. Platt snackende Vereinsmitglieder haben sich deshalb 2012 zu einem Plattdeutsch-Stammtisch zusammengefunden, um interessierten Besuchern bzw. Besuchergruppen – auf Anmeldung – plattdeutsche Führungen im Freilichtmuseum anzubieten.
In diesem Jahr mit neuen Interessenten zu neuer Aktivität gefunden, trifft sich die plattdeutsche Runde
vierzehntäglich donnerstags um 18.30 Uhr im Museumscafé,
beginnend mit dem 6. Februar 2020.

    1. De narrsche Dracht

      Großmudder steht vör ehr Katendör
      Und hölt de Händ’n in’n Arm,
      Hett ’n Worprock an un ’n Slageldauk
      Un geiht up hölten Slarm.

      Ein Stadtdiern kümmt de Dörpstrat
      lang,
      Dreggt Lackschau an de Bein,
      Dat Kleid so kort, de sieden Strümp
      Sünd bet an ‚t Knei tau seihn.

      Un as de Frugens einmal sünd,
      Ein schult den annern an:
      Wo ’s ‚t moeglich, dat ein Frugens-
      minsch
      So narrsch sick kleiden kann!

      Großmudder denkt: Wenn ‚ck so süll
      gahn,
      Güng ‚ck nah de Strat nich rut,
      Ick glöw, ick schämte mi vör Scham
      De beiden Ogen ut.

      De Stadtdiern denkt: Wenn ‚ck so süll
      gahn,
      Güng keinen ick vörbie,
      Ick glöw, denn wiesten all de Lüd
      Mit Fingern woll up mi.

      Rudolf Tarnow