Klöndör-Forum

Anliegen des Vereins ist es, ein breites Publikum für die mecklenburgische Volkskultur zu interessieren und das Wissen darum lebendig zu halten. Diesem Anliegen diente auch die Vortragsreihe „Klöndör-Forum“, die ab 2015 als „Forum Geschichte und Volkskunde“ gemeinsam vom Klöndör-Verein und dem 2014 gegründeten Historischen Verein Schwerin e.V. weitergeführt wird. Die Vortragsreihe widmet sich historischen Themen der Stadt- und Regionalgeschichte und dem Alltagsleben der Menschen im früheren Mecklenburg-Schwerin.

Alle Vorträge finden im Schleswig-Holstein-Haus, Puschkinstraße 12, 19055 Schwerin, statt. Beginn ist – sofern nicht anders angegeben – jeweils 19.00 Uhr. Der Eintritt beträgt 2,00 Euro, Vereinsmitglieder haben freien Eintritt.

Einen Eindruck von der außerordentlichen Themenvielfalt der bisherigen Foren erhalten Sie im Archiv.

Vorträge 2018:

31. Januar
Von Mecklenburg nach Namibia. Schicksale, Biografien und Geschichten
Referent: Klaus-Dieter Gralow, Archäologe, Filmer, Autor, Bad Kleinen
Namibia, das ehemalige Deutsch-Südwestafrika war von 1884 bis 1915 eine der vier Kolonien des Deutschen Reiches auf dem Afrikanischen Kontinent. Nach 1900, verstärkt jedoch nach der Niederschlagung der sogenannten Herero- und Hottentotten-Aufstände (1905 bis 1917) wurde das Land systematisch kolonisiert. Der Deutsche Kaiser brauchte Landeskinder, die sich hier niederlassen wollten. Das Land sollte im deutschen Sinne bewirtschaftet und aufgebaut werden.
Unter den Landsuchenden befanden sich auch viele Menschen aus Mecklenburg und Pommern: vom enterbten Junkersohn bis zum landlosen Bauern. Ihre Spuren lassen sich mitunter heute noch finden. Mit geschultem Blick und Gespür für die Menschen und ihre persönlichen Schicksale sowie den geschichtlichen Rahmen nimmt der Referent die Besucher mit auf eine spannende Reise durch das afrikanische Land.
Klaus-Dieter Gralow bereiste Namibia seit 1990 mehr als 50 Mal und hinterließ dort auch seine eigene Spur, wie er in seinem Vortrag zeigen wird.

21. Februar
Die Schweriner Flurnamen. Buchvorstellung und Vortrag
Referent:
Dieter Greve, Schwerin
Der Autor und Referent hat Jahrzehnte die überlieferten historischen Flurnamen auf dem Gebiet der Stadt Schwerin gesammelt und ihre Bedeutung erforscht. 2017 hat er mit der Landeshauptstadt Schwerin seine Ergebnisse in einem Band veröffentlicht, der bei diesem Forum vorgestellt wird.
Historische Flurnamen für Wälder, Wiesen und Äcker haben oft eine lange Geschichte. Von den Bewohnern geprägt, wurden diese kleinräumigen Landschaftsnamen  lange Zeit nur mündlich weitergegeben, sind aber oft bis heute als Bezeichnung einer speziellen Landmarke präsent. Dieter Greve, der langjährige Leiter des städtischen Kataster- und Vermessungsamtes, hat seiner bisher sechs Bände umfassenden Veröffentlichungsserie zu Flurnamen im südlichen Westmecklenburg nun einen siebenten Band über das Gebiet der Landeshauptstadt Schwerin hinzugefügt. Während die bisherigen Bände im Thomas Helms Verlag erschienen sind, wird die aktuelle Broschüre von der Landeshauptstadt Schwerin gemeinsam mit dem Autor herausgegeben. Sie enthält eine Herleitung zu aktuellen und historischen Flurbezeichnungen, die heute teilweise in Straßennamen oder Gebietsbezeichnungen noch gebräuchlich sind.  Neben der textlichen Erläuterung zur Herkunft und Lage enthält die Broschüre auch zahlreiche historische und aktuelle Karten zur Verdeutlichung. Die Broschüre ist zum Preis von 12 Euro  im Bürgerbüro und im GeoShop Schwerin unter https://www.geocms.com/geoshop-schwerin/ online  erhältlich.

28. März
Kulturerbe – Stadtmuseum – Welterbe. Vom besonderen Verhältnis Schwerins zur eigenen Geschichte
Referent:
Norbert Credé, Historischer Verein Schwerin
Im Zentrum steht die Frage nach der Wertschätzung der eigenen Geschichte in der städtischen Öffentlichkeit, insbesondere bei den politisch, wirtschaftlich und gesellschaftlich agierenden Eliten. Diese zeigt sich zum einen an einer Form des öffentlichen Memorierens historischer Ereignisse, aber auch am Umgang mit der ideellen und materiellen historischen Überlieferung. Schwerin bewirbt sich um den Status als Weltkulturerbe der UNESCO, doch wie geht die Stadt mit ihrem eigenen Kulturerbe um? Warum hat es in Schwerin nur wenige Jahre ein Stadtgeschichtsmuseum gegeben? Ein Blick in die Geschichte zeigt, dass der von wenig Wertschätzung zeugende Umgang mit der Überlieferung zur eigenen Geschichte kein Phänomen der Gegenwart ist, sondern des Öfteren in der Stadtgeschichte zu beobachten war. Doch wo könnten die Gründe dafür liegen? Diesen und anderen Fragen wird der Referent in seinem Vortrag in vorwiegend essayistischer Form nachgehen.

25. April
Das ungebaute Schwerin, Teil 2
Referent:
Jörg Moll, Stadtarchiv Schwerin
Anschließend an seinen ersten Vortrag zu Bau- und Städteplanungen in Schwerin wird Jörg Moll, Archivar im Stadtarchiv Schwerin, erneut anhand ausgewählter Beispiele Projekte bzw. einzelne Gebäude vorstellen, die zwar geplant, aber aus den verschiedensten Gründen nicht umgesetzt wurden.

30. Mai
Brennpunkt Herd. Über eine Sammlung zur Geschichte der Küche
Referenten:
Gesine Kröhnert und Hans Hoffmeister, Freilichtmuseum Schwerin-Mueß

Hans Hoffmeister als Sammler und Stifter, Gesine Kröhnert als Leiterin des Freilichtmuseums für Volkskunde Schwerin-Mueß und nunmehr Mitverwalterin der Feuerstätten-Sammlung und Anton Kryukov als musikalische Begleitung gestalten gemeinsam dieses Forum.
Dieser Abend weicht etwas ab vom gewohnten Profil, bei dem interessante Forschungsergebnisse zu einem Thema präsentiert werden. Wir widmen uns nicht dem Ende, sondern dem Anfang kulturgeschichtlicher Forschung. Sie beginnt mit dem Sammeln und Bewahren von Sachquellen als eine reale, materielle Dimension. Was zur Kernaufgabe der Museen zählt, erfasst nicht selten auch Privatpersonen: die Leidenschaft des Sammelns. Oft ist der Auftakt eher leise, etwa als Zufallsbegegnung, Kindheitserinnerung oder als inspirierende Entdeckung eines besonderen Objekts. So ein aufkeimendes Interesse für spezielle Dinge kann schnell wachsen. Gesellt man einem lieb gewordenen Stück zwei, drei weitere dieser Art zu, ist die Sammelleidenschaft zumeist schon ausgebrochen.
Jeder Sammler hat seine eigene Geschichte. So auch das Ehepaar Carmen und Hans Hoffmeister aus Metelen/Münsterland. Die Triebkraft für ihre außergewöhnliche Sammlung bezogen sie aus der Faszination für die Kulturgeschichte der Feuernutzung. Der daraus entflammte Sammlungsinhalt zielte auf die Entwicklung von Feuerstätten und die Optimierung von Energieeffizienz.
Die zusammengetragenen Exponate belegen ganz vielfältig, wie die Notwendigkeit des Energiesparens eine Weiterentwicklung der Feuerstätten geprägt und das Leben, besonders aber auch die Ernährung, verändert hat.
Das jahrtausendealte Thema Ressourcenschonung ist heute aktueller denn je.
Nach mehr als drei Jahrzehnten des Aufspürens von Objekten, des Sammelns, Ordnens und Restaurierens umfasst die Sammlung heute mehr als 750 Sachgüter, darunter 150 historische Herde, Brennstellen und gusseiserne Öfen, sowie ca. 600 themenbezogene Sachgüter zur Hauswirtschaft, zum Wohnen, zur Schulgeschichte, zu Not- und Kriegszeiten, zum Handwerk, der Schifffahrt und zur Hygiene.
Am 20. September 2016 hat die Familie Hoffmeister ihre ambitionierte, hochwertige Sammlung der Landeshauptstadt Schwerin übereignet. Nach umfänglichen Umzugsfahrten ist die Sammlung nun im Freilichtmuseum für Volkskunde Schwerin verortet. Erstmals werden ausgewählte Objekte ab dem 30.Juni 2018 im Mueßer Kunstkaten gezeigt.
In einem Gespräch zwischen Sammler und Museum soll die Entstehung, Spezifik und Zukunft der Feuerstätten-Sammlung erörtert werden.

Tipp: 26. Mai bis 28. Oktober: Sonderausstellung „Brennpunkt Herd“ im Freilichtmuseum Schwerin-Mueß

Sommerpause

26. September
Die Ansiedlung von Häuslern in Mueß
Referentin:
Christine Rehberg-Credé, Büro pro historia, Schwerin

24. Oktober
Auch für Touristen – Irland hinter dem grünen Vorhang
Referent: Herbert Remmel, Klöndör e. V., Pinnow

28. November
Das Kriegsgefangenenlager Stalag II E in Schwerin 1940 bis 1945
Referent: Bernd Kasten, Stadtarchiv Schwerin,

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