Klöndör-Forum

Anliegen des Vereins ist es, ein breites Publikum für die mecklenburgische Volkskultur zu interessieren und das Wissen darum lebendig zu halten. Diesem Anliegen diente auch die Vortragsreihe „Klöndör-Forum“, die ab 2015 als „Forum Geschichte und Volkskunde“ gemeinsam vom Klöndör-Verein und dem 2014 gegründeten Historischen Verein Schwerin e.V. weitergeführt wird. Die Vortragsreihe widmet sich historischen Themen der Stadt- und Regionalgeschichte und dem Alltagsleben der Menschen im früheren Mecklenburg-Schwerin.

Alle Vorträge finden im Schleswig-Holstein-Haus, Puschkinstraße 12, 19055 Schwerin, statt. Beginn ist – sofern nicht anders angegeben – jeweils 19.00 Uhr. Der Eintritt beträgt 2,00 Euro, Vereinsmitglieder haben freien Eintritt.

Einen Eindruck von der außerordentlichen Themenvielfalt der bisherigen Foren erhalten Sie im Archiv.

Vorträge 2019:

30. Januar
Der Quellenwert von Fotografie – subjektive Wahrnehmung oder objektive Dokumentation
Referent: Volker Janke, Freilichtmuseum für Volkskunde Schwerin-Mueß
Volker Janke hat einen Vortrag über den Quellenwert von Fotografie und eine Podiumsdiskussion mit Vertretern der Medienbranche vorbereitet. Ausgehend von der Ausstellung „Ernst Höhne – Fotograf aus Leidenschaft“ – sie ist im Vorfeld zu besichtigen – diskutieren Wolfgang Heidelk, freier Journalist, Antje Schunke, Leiterin des Schleswig-Holstein-Hauses, Stefan Koslik, stellv. Chefredakteur der Schweriner Volkszeitung, Corinna Pfaff, Geschäftsführerin des Deutschen Journalistenverbandes Mecklenburg-Vorpommern, der Fotograf und Redakteur Manfred Scharnberg und Dr. Florian Ostrop, Geschäftsführer der Stiftung Mecklenburg, zum Thema.

Tipp: 17. Februar ab 15.00 Uhr Finissage mit Versteigerung von Fotografien der Ausstellung „Ernst Höhne – Fotograf aus Leidenschaft“

20. Februar
Die Bebauung rund um den Marienplatz
Referent: Udo Brinker, Historischer Verein Schwerin e.V.
Der Referent beschäftigt sich in seinem reich bebilderten Vortrag mit dem im Lauf der Jahrhunderte immer mehr zum zentralen Platz der Stadt gewordenen Marienplatz. Ursprünglich lag er im Westen vor der Altstadt. Von hier führte über Jahrhunderte der einzige Zugang in die hinter Palisaden und Mauern liegende Altstadt Schwerin. Im 19. Jahrhundert rückte er durch den Ausbau der Stadt nach Westen und seine Funktion als Knotenpunkt mehrerer Fernstraßen immer mehr ins Zentrum.
Nach Einführung der Straßenbahn trafen sich hier die verschiedenen Linien, der Marienplatz wurde zum Hauptumsteigepunkt, auch für die Busse ins Umland. Das Konzerthaus „Flora“ gehörte zu den ersten Gesellschaftshäusern der Stadt, nach dessen Brand übernahmen 1910 die Stadthallen diese Rolle. In ihren drei großen Sälen fanden mehr als 1000 Menschen Platz.
Erweiterungs- und Umbaupläne für den Marienplatz in den 1930er-Jahren wurden nur in Ansätzen realisiert; einzig der Neubau der Sparkasse entstand. Auch die Verlängerung der Schloßstraße bis zum Marienplatz veränderte sein Bild. Mit drei Einkaufszentren und kleineren Geschäften bildet er heute das Geschäftszentrum der Stadt.

13. März – entfällt, wird zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt
Kaninchenwerder – von der landwirtschaftlichen Nutzung zur Parklandschaft
Referent: Matthias Proske, Landschaftsarchitekt Schwerin

24. April
Die Keramische Säule zur Geschichte der Stadt Schwerin und ihr neuer Standort in der Schelfstadt
Referent: Norbert Credé, Historischer Verein Schwerin e.V.
Die Keramische Säule am Schweriner Großen Moor, Ecke Puschkinstraße, war fast ein Jahrzehnt ein künstlerischer Blickpunkt in der Schweriner Altstadt. 1993 abgebaut, erhielt sie nun einen neuen Standort im Hof der Volkshochschule in der Puschkinstraße. Die Geschichte dieses Kunstwerks ist Gegenstand des Vortrags.
1981 erhielt die Meißener Künstlerin Anni Jung den Auftrag von der Stadt Schwerin, eine bildliche Darstellung zur Geschichte der Stadt zu erarbeiten. Ein Jahr später legte sie erste Entwürfe vor. Die einzelnen Tafeln stellen Ereignisse und Persönlichkeiten der Schweriner Geschichte dar, verwoben mit solchen der allgemeinen deutschen Geschichte.
Zwischen 1983 und 1985 gestaltete Anni Jung die 27 Tafeln der Säule. Die Episoden spiegeln in weiten Teilen das offizielle Geschichtsbild der DDR wider, das die sozialistische Gesellschaft als Vollendung der Lehren aus der Geschichte verstand. Die Künstlerin hatte weitgehend freie Hand bei der Gestaltung, gewünschte Veränderungen bei der Fertigstellung waren marginal und die Gründe heute nicht mehr belegbar. Am 7. Juni 1986 wurde das Kunstwerk feierlich enthüllt. Doch 1993 wurden mehrere Tafeln durch einen LKW so stark beschädigt, dass die Säule abgebaut werden musste. Bis 2018 schlummerte das Kunstwerk im Depot der Stadtgeschichtlichen Sammlung Schwerin. Die meisterhafte Restaurierung der Tafeln durch den Schweriner Steinbildhauer Friedrich-Walter Beckmann 2017/18 ermöglichte im Juli 2018 die Neuaufstellung im Hof der Volkshochschule und eine zweite Einweihung am 14. September 2018.
Die Tafeln des ehemals als Säule gestalteten Werks stehen nun nebeneinander, sie bleiben aber dank der ausdrucksstarken Gestaltung der Figuren und Gesichter wie ihrer üppigen Farbigkeit auch heute eine bemerkenswerte künstlerische Arbeit, die zum Schweriner Stadtbild gehört.

22. Mai
Spuren historischer Landnutzung östlich des Schweriner Sees
Referent: Volker Brandt, Naturparkleiter Sternberger Seenland, Warin

Sommerpause

25. September
Die Bremer Stadtmusikanten in Werbung, Kunst, Design und Karikatur
Referent:
Dr. Andreas Röpcke, Schwerin

23. Oktober
Lokalgeschichte im Verbund. Vom digitalen Wossidlo-Archiv zum Ortschronikenportal für MV
Referent: Dr. Christoph Schmitt, Leiter der Richard-Wossidlo-Forschungsstelle an der Universität Rostock

27. November
Residenzensemble Schwerin – Was ist sein herausragender universeller Wert?
Referentin: Claudia Schönfeld, Welterbemanagerin der Landeshauptstadt Schwerin