Die Bienenstraße

„Imkerei früher – heute – morgen“ heißt der neue Rundgang durch das Freilichtmuseum Schwerin-Mueß. Wie kein anderes Insekt prägt die Honigbiene unsere Kulturlandschaft. Jedoch soll es der Biene – einem der ältesten Nutztiere des Menschen – nicht gut gehen. Liegt es am Klima? Sind es die Eingriffe des Menschen in die Natur oder haben wir den kleinen Geschöpfen doch zu viel abverlangt? Honig schmeckt gut, er ist gesund und er ist vor allem ein reines Naturprodukt. Das macht ihn wertvoll und seit frühester Zeit für den Menschen begehrenswert. Ganze Berufsgruppen – vom Zeidler bis zum Kerzenzieher – haben sich aus dem Umgang mit der Honigbiene entwickelt. Berufsimker konnten sich und ihre Familien aus den Wachs- und Honigerträgen ernähren. Anderen diente die Imkerei als lukrativer Nebenerwerb oder einfach zur Selbstversorgung in der Hauswirtschaft. Wieder andere hielten Bienen einfach aus Freude an abendlichen Betrachtungen am Flugloch.
Heute sieht man nur noch selten Bienenschwärme. Kostendeckende Imkerei lässt sich in Deutschland eigentlich nur noch industriell betreiben. Ist der Imker ein Fall fürs Museum geworden?
Der Naturpark Sternberger Seenland hat unter dem Label „ErlebnisReich BIENENSTRASSE“ drei miteinander verbundene Radrouten erarbeitet. Die neue Bienenstraße soll dazu beitragen, mehr zu den Themen Bienen, Imkerei, Streuobst, Natur- und Landschaftsgeschichte sowie über Land und Leute zu erfahren. Mit finanzieller Unterstützung der Norddeutschen Stiftung für Umwelt und Entwicklung sowie durch das Land Mecklenburg-Vorpommern konnte der Bienen-Erlebnispfad im Freilichtmuseum für Volkskunde Schwerin-Mueß als Maßnahme der Umweltbildung gestaltet werden.
Der neue Dauerausstellungsteil ist eine Initiative des Museumsfördervereins Klöndör e.V.
Unter dem Motto: „Schwerin schwärmt für Bienen“ soll den kleinen Nützlingen mehr Aufmerksamkeit im Stadtbild geschenkt werden. An fünf verschiedenen Stationen können die Museumsbesucher ab dem 22. Mai die Entwicklung des Imkereiwesens in Mecklenburg erleben. Vom besiedelten hohlen Baumstamm über die Korbimkerei bis zu den verschiedenen Beutentypen aus Holz oder Kunststoff ist viel über die Vor- und Nachteile traditioneller, herkömmlicher und moderner Imkerei zu erfahren. Vielleicht bekommt der eine oder andere ja sogar Lust, ein eigenes Bienenvolk zu hegen und zu pflegen.

Das Programm zum Internationalen Museumstag am 22. Mai 2016:

10 bis 11 Uhr
Nicht nur der Honig und die Bestäubungsleistung der Bienen sind für den Menschen interessant. Vor allem Bienenwachs war lange Zeit ein unersetzlicher Naturrohstoff, der für die Herstellung von Kerzen gebraucht wurde. Wir wollen auch Kerzen gießen und drehen.

12 bis 13 Uhr
Die Wildbienen finden in unserer Kulturlandschaft immer weniger Nist- und Brutplätze. Mit wenigen Handgriffen können wir kleine Bienenhotels bauen und den Bienen helfen.

13 Uhr
Eröffnung des Museumsrundgangs zur Imkereigeschichte. An fünf verschiedenen Stationen – vom hohlen Baumstamm bis zur „Flow Hive“ – können die Museumsbesucher die Entwicklung des Imkereiwesens erleben.

14 bis 15.30 Uhr
Die Biene prägt wie kein anderes Insekt das Gesicht unserer Kulturlandschaft. Der Jahrtausende währende Umgang des Menschen mit der Biene macht sie zu einem Fall für das Museum.

17 bis 19 Uhr
Einen fliegenden Bienenschwarm zu erleben ist großartig. Noch eindrucksvoller ist es jedoch, wenn zehntausende Bienen in ihre neue Höhle einziehen. Alle Bienen kümmern sich um ihre Königin und das neue Zuhause.